Störungen vermeiden
Zuletzt geändert: 30.10.2026 16:32

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Störungen vermeiden #

Für Administratoren und Fachhändler: Dieses Kapitel beschreibt, wie ein Kassen-Arbeitsplatz mit TSE (Technische Sicherheitseinrichtung – das Pflicht-Sicherheitsmodul für Kassen) und Bondrucker eingerichtet sein sollte, damit der laufende Betrieb störungsfrei bleibt. Für die tägliche Arbeit an der Kasse benötigen Sie diese Informationen nicht – siehe hierzu die Kapitel Bedienung und TSE Betrieb.

Die meisten Störungen im Kassenbetrieb entstehen nicht im Kassenprogramm selbst, sondern in der Umgebung: USB-Energiesparen, Virenscanner, Fernzugriffs-Lösungen oder ungünstig eingerichtete Drucker. Die folgenden Abschnitte sind als Checkliste gedacht – gehen Sie sie bei der Einrichtung eines neuen Kassen-Platzes einmal durch, und ziehen Sie sie bei wiederkehrenden Störungen erneut zurate.

Die TSE gehört lokal an die Kasse #

Die USB-TSE sollte direkt in einem USB-Port des Kassen-PCs stecken – also an dem Rechner, auf dem auch der EULANDA-TSE-Connector läuft.

  • Kein VPN, keine Remote-Sitzung, kein Netzlaufwerk: Die TSE meldet sich unter Windows als Laufwerk. Dieses Laufwerk sollte nicht über VPN-Verbindungen, Remote-Desktop-Laufwerksumleitungen oder Netzwerkfreigaben angesprochen werden – solche Umwege sind fehleranfällig und können die Signierung der Kassenvorgänge verzögern oder scheitern lassen.
  • USB-Port möglichst nicht wechseln: Wird die TSE in einen anderen USB-Port gesteckt, kann Windows ihr einen neuen Laufwerksbuchstaben zuordnen. Der TSE-Connector findet die TSE dann nicht mehr. Wie Sie das beheben, steht im Kapitel TSE Betrieb.
  • Nicht im laufenden Betrieb ziehen: Die TSE sollte so angebracht sein, dass sie nicht versehentlich oder böswillig entfernt werden kann – sie enthält steuerlich relevante Daten, und ein Herausziehen im laufenden Betrieb kann dem Gerät schaden (siehe TSE Administration).

Virenscanner: Ausnahmen für die TSE einrichten #

Da sich die TSE als Laufwerk (ähnlich einem USB-Speicher-Stick) meldet, behandeln Virenscanner und Endpoint-Security-Lösungen sie wie einen gewöhnlichen Wechseldatenträger. Echtzeit-Scans, Zugriffs-Sperren oder Richtlinien, die Wechseldatenträger generell blockieren, können dadurch die Signierung der Kassenvorgänge ausbremsen oder ganz blockieren.

Empfohlene Ausnahmen im Virenscanner:

  • das Laufwerk der TSE (der Laufwerksbuchstabe, unter dem die TSE eingebunden ist),
  • das Programm des EULANDA-TSE-Connectors (EulTseConn.exe).

Prüfen Sie außerdem, ob Unternehmens-Richtlinien (z. B. Gerätekontrolle, USB-Blockierung) den Zugriff auf Wechseldatenträger einschränken, und nehmen Sie die TSE davon aus.

Virtualisierung: nur mit echter Hardware-Durchreichung #

Für den Kassen-Platz wird ein physischer PC empfohlen. Soll die Kasse dennoch in einer virtuellen Maschine (z. B. unter Hyper-V) betrieben werden, sollte die TSE nur mit einer echten Hardware-Durchreichung des USB-Geräts an die VM angebunden werden. Software-basierte USB-Umleitungen (etwa über Remote-Protokolle oder USB-over-Network-Lösungen) sind fehleranfällig und sollten für die TSE nicht eingesetzt werden.

USB-Energiesparen deaktivieren #

Windows schaltet USB-Geräte zum Stromsparen zeitweise ab. Trifft das den Port der TSE, ist sie für den TSE-Connector plötzlich nicht mehr erreichbar. Empfohlen wird daher, das USB-Energiesparen auf dem Kassen-PC zu deaktivieren:

  • In den Windows-Energieoptionen (erweiterte Energieeinstellungen) die Einstellung „Selektives USB-Energiesparen“ (englisch „USB Selective Suspend“) deaktivieren.
  • Im Geräte-Manager bei den USB-Hubs/USB-Controllern unter „Energieverwaltung“ die Option „Computer kann das Gerät ausschalten, um Energie zu sparen“ abwählen.
  • Außerdem sollte der Kassen-PC während der Öffnungszeiten nicht in Standby oder Ruhezustand wechseln.

Bondrucker: feste IP statt WSD-Port #

Wird der Bondrucker über das Netzwerk angebunden, sollte er über einen TCP/IP-Port mit fester IP-Adresse eingerichtet werden – nicht über einen WSD-Port (die automatische Windows-Erkennung „Web Services on Devices“). Ein WSD-Drucker, der sich im Energiesparmodus befindet, kann den Windows-Druckdienst blockieren – und damit auch EULANDA® beim Programmstart spürbar verzögern oder scheinbar „einfrieren“ lassen.

Beim empfohlenen USB-Anschluss des Bondruckers (siehe Epson Bondrucker) besteht dieses Problem nicht.

Hinweis zu Terminal-Server/RDP: Beim Druck aus einer Remote-Desktop- oder Terminal-Server-Sitzung wird das automatische Öffnen der Kassenschublade von den typischen Druckertreibern in der Regel nicht unterstützt – auch das spricht für einen lokalen Kassen-PC. Details siehe Anpassungen.

Vor Programm-Updates: Kasse abschließen #

Vor einem Update von EULANDA® gilt als feste Regel: Erst der Kassenabschluss (Tagesabschluss), dann das Update. Die Datenbank-Aktualisierung baut auch die Kassen-Tabellen um und verlangt deshalb, dass alle Kassenabrechnungen abgeschlossen sind. Am Kassen-Platz sollten vor dem Update zwei Dinge erledigt sein, in dieser Reihenfolge:

  1. Alle Kassenabrechnungen abschließen (Abmelden von der Kasse, Frage „Kassenabschluss durchführen?“ mit „Ja“ beantworten, siehe Bedienung, Tagesabschluss). Damit laufen keine offenen Kassenvorgänge in das Update hinein.
  2. Den TSE-Connector beenden (Schaltfläche „Dienst beenden“, siehe TSE Betrieb) und erst nach dem Update wieder starten. Der Connector muss beim Abschluss noch laufen, weil der Abschlussbon signiert wird.

Sicherheitsnetz ab Version 2026.117.11980: Wurde der Abschluss vergessen, prüft EULANDA® das jetzt vor dem Herunterladen der neuen Version, im Startmenü über die Schaltfläche „Update“, für jeden Mandanten. Ist eine Kasse noch nicht abgeschlossen, zeigt ein Fenster die betroffenen Kassen mit Abrechnungsnummer, Eröffnungsdatum, Belegzahl und angemeldetem Benutzer und bietet an, den Abschluss sofort durchzuführen. Dabei wird der Zählbestand mit dem Soll-Bestand übernommen, der Abschlussbon wird nicht gedruckt, sondern als Kassenbeleg abgelegt und kann später nachgedruckt werden. Noch nicht abgeschlossene Bons, etwa weil der Kassen-PC ausgeschaltet wurde, werden wie beim Abbruch an der Kasse per Sofortstorno beendet und bleiben als Stornobelege erhalten. Lehnen Sie ab oder scheitert der Abschluss, startet das Update nicht, und die bisherige Programmversion bleibt unverändert einsatzbereit. Derselbe Dialog erscheint auch beim Start eines Mandanten, wenn die Datenbank konvertiert werden muss.

Das Sicherheitsnetz ersetzt nicht den regulären Tagesabschluss mit Zählung an der Kasse. Es sorgt nur dafür, dass niemand nach einem Update ohne lauffähiges Programm dasteht.

Das eigentliche Update-Verfahren ist im Kapitel Update beschrieben.

Regelmäßige Sicherung der TSE #

Führen Sie regelmäßig einen TAR-Export der TSE durch (Datensicherung der Signaturdaten). Geht die TSE verloren oder wird sie unbrauchbar, haben Sie ohne diese Sicherung keine Möglichkeit, die Korrektheit Ihrer Kassenbelege zu belegen. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie im Kapitel TSE Betrieb.

Die exportierten TAR-Dateien sollten auf einem von der TSE getrennten Medium abgelegt und in die reguläre Datensicherung des Unternehmens einbezogen werden.

Wenn dennoch etwas nicht funktioniert #

  • Fehlermeldungen des TSE-Connectors (TSE nicht gefunden, geänderter Laufwerksbuchstabe, keine Verbindung zum SQL-Server): siehe TSE Betrieb.
  • Probleme bei der Installation oder Einrichtung der TSE: siehe TSE Administration.
  • Autarker Kassen-Rechner mit eigenem SQL-Server: Startet der SQL-Server nach dem Einschalten langsamer als der TSE-Connector, kann der Autostart des Connectors verzögert werden (Parameter -delay, siehe TSE Administration).