PZN im Barcodefeld
Zuletzt geändert: 27.07.2026 09:57

AE-X-15 PZN im Barcodefeld #

EN16931 – ZUGFeRD – XRechnung – PEPPOL – EULANDA® Warenwirtschaft


Im deutschen Pharmahandel wird jede Packung über die PZN (Pharmazentralnummer) identifiziert. Pharmagroßhändler verarbeiten eingehende elektronische Rechnungen vollautomatisch und ordnen jede Rechnungszeile über die PZN einem Artikel in ihrem System zu. Fehlt die PZN oder steht sie nur im Beschreibungstext der Position, wird die Rechnung abgelehnt.

Warum EULANDA® kein PZN-Feld hat #

EULANDA® ist branchenneutral aufgebaut. Der Artikelstamm kennt eine Artikelnummer, eine Herstellerartikelnummer, eine Ersatzartikelnummer und ein Barcodefeld für die GTIN, umgangssprachlich EAN. Ein eigenes Feld für die PZN gibt es nicht, weil sie nur für einen kleinen Teil der Anwender relevant ist.

Betriebe aus dem Pharmaumfeld tragen die PZN deshalb üblicherweise im Barcodefeld des Artikels ein. Genau an dieser Stelle setzt der hier beschriebene Mischbetrieb an.

Was der Rechnungsempfänger erwartet #

EN16931 kennt pro Rechnungsposition genau ein Feld für die standardisierte Artikelkennung: BT-157. Dieses Feld darf nur einmal vorkommen. Eine GTIN und eine PZN gleichzeitig zu senden ist damit ausgeschlossen, unabhängig davon, was im ERP gepflegt ist.

Pharmagroßhändler erwarten in diesem Feld die reine achtstellige PZN:

<ram:SpecifiedTradeProduct>
  <ram:GlobalID schemeID="0160">12345678</ram:GlobalID>
  <ram:SellerAssignedID>4711</ram:SellerAssignedID>
  <ram:Name>Artikelbezeichnung</ram:Name>
</ram:SpecifiedTradeProduct>
ElementInhalt
ram:GlobalID schemeID="0160"nur die PZN, acht Ziffern, ohne Präfix und ohne Trennzeichen
ram:SellerAssignedIDIhre eigene Artikelnummer
ram:Namedie Artikelbezeichnung, ohne die PZN im Text
Die Kennung 0160 steht im offiziellen Schlüsselverzeichnis für die GTIN, nicht für die PZN. Der Pharmagroßhandel erwartet an dieser Stelle trotzdem die reine PZN, und die üblichen Prüfprogramme beanstanden das nicht, weil sie nur das Vorhandensein der Kennung prüfen, nicht deren Inhalt. Wir liefern deshalb genau das, was die Empfänger verlangen.

Den Mischbetrieb einschalten #

Ab EulandaXtools 1.0.164 wertet Xfacture das Barcodefeld auf Wunsch doppelt aus. Der Mischbetrieb ist standardmäßig ausgeschaltet. Für alle Anwender, die keine PZN führen, ändert sich dadurch nichts.

Zum Einschalten wird in der SQL-Registry unter

\Modules\Grundwerte\Xfacture

der Zeichenfolge-Wert PznMixedMode mit dem Inhalt 1 angelegt.

Den Editor der SQL-Registry erreichen Sie auf zwei Wegen:

  • über die Systemverwaltung und dort den Punkt SQL-Registry
  • über den SQL-Designer, den Sie im rechten Mausmenü des Startmenüs von EULANDA® finden
Eine Bedienoberfläche im Einstellungsdialog von Xfacture gibt es für diesen Wert bewusst noch nicht. Der Mischbetrieb ist zunächst als kontrollierter Sonderfall gedacht. Auf Wunsch übernehmen wir das Setzen des Wertes als Supportleistung. Nach der Änderung muss EULANDA® neu gestartet werden, siehe AE-X-08.

Wie der Inhalt erkannt wird #

Ist der Mischbetrieb eingeschaltet, wird der Inhalt des Barcodefeldes für jede Rechnungsposition einzeln bewertet:

Inhalt im BarcodefeldErgebnis
13 oder 14 Ziffern, z. B. 4006381333931GTIN, unverändert wie bisher
Schreibweise mit Klammerpräfix, z. B. (01)01234567890123GTIN, unverändert wie bisher
8 Ziffern mit gültiger PZN-Prüfziffer, z. B. 12345678PZN
8 Ziffern ohne gültige PZN-Prüfziffer, z. B. 12345670GTIN
PZN 12345678 oder PZN-12345678PZN, Präfix und Trennzeichen werden entfernt
leer oder unlesbarkeine Kennung in der Rechnung

Die PZN besteht aus sieben Stellen Nummernkern und einer Prüfziffer. Die Prüfziffer entsteht aus einem gewichteten Verfahren, das die sieben Stellen von links mit 1 bis 7 multipliziert, aufsummiert und den Rest der Division durch 11 bildet. Nur wenn dieser Rest mit der achten Stelle übereinstimmt, wird der Wert als PZN behandelt.

Der Grenzfall GTIN-8 #

Eine PZN hat acht Stellen. Eine GTIN-8 hat ebenfalls acht Stellen. Die beiden Nummernkreise sind an der Länge also nicht zu unterscheiden, und beide tragen eine Prüfziffer, allerdings nach unterschiedlichen Verfahren.

Das führt zu einer unvermeidbaren Überschneidung: rund jede elfte gültige GTIN-8 erfüllt zufällig auch die Prüfregel der PZN. Ein Beispiel ist der Wert 10000076, der beide Prüfungen besteht.

Im Mischbetrieb entscheidet Xfacture in diesem Fall bewusst immer zugunsten der PZN. Das ist die richtige Wahl für genau den Betrieb, der den Mischbetrieb überhaupt einschaltet, denn dieser führt Pharmaartikel und keine GTIN-8.

Schalten Sie den Mischbetrieb nicht ein, wenn Sie im Barcodefeld achtstellige GTIN-8 pflegen. Diese würden dann teilweise als PZN ausgegeben. Dreizehn- und vierzehnstellige GTIN sind davon nicht betroffen und bleiben in jedem Fall unangetastet.

Was Sie in der Artikelpflege beachten sollten #

  1. Tragen Sie die PZN als reine achtstellige Zahl in das Barcodefeld des Artikels ein.
  2. Nehmen Sie die PZN aus dem Langtext heraus. Der Empfänger erwartet in der Artikelbezeichnung ausschließlich den Namen des Artikels, siehe AE-X-02.
  3. Prüfen Sie, dass die Artikelnummer gepflegt ist. Sie wird als Artikelkennung des Verkäufers zusätzlich übergeben.
  4. Denken Sie daran, dass die Rechnungsposition den Stand des Barcodefeldes zum Zeitpunkt der Rechnungsschreibung übernimmt. Bereits geschriebene Rechnungen ändern sich durch eine spätere Pflege des Artikelstamms nicht.

Einschränkungen #

  • Pro Rechnungsposition kann entweder eine PZN oder eine GTIN übergeben werden, niemals beides.
  • Der Mischbetrieb gilt für den gesamten Mandanten, nicht je Kunde. Er beschreibt, wie das Barcodefeld zu lesen ist, und das ist eine Eigenschaft des Artikelstamms, nicht des Rechnungsempfängers.
  • Positionen ohne Artikelbezug, also reine Textzeilen, erscheinen nicht als Rechnungsposition in der elektronischen Rechnung. In den Standardmasken von EULANDA® entstehen solche Zeilen im Regelfall gar nicht.
Manche Empfänger, gerade im Pharmagroßhandel, erwarten eine lückenlos fortlaufende Positionsnummer beginnend bei 1. Falls in einem Beleg doch einmal Lücken auftreten, lassen sie sich vor dem Erzeugen der elektronischen Rechnung im Auftrag über Aktionen und dort Positionen neu nummerieren schließen.

Ausblick #

Der Mischbetrieb ist eine tragfähige Zwischenlösung, aber er bleibt eine Auslegung eines Feldes, das ursprünglich für einen anderen Zweck gedacht war. Ein eigenes PZN-Feld im Artikelstamm von EULANDA® ist vorgemerkt. Sobald es zur Verfügung steht, wird die PZN ohne Umweg und ohne Erkennungslogik übergeben, und der hier beschriebene Mischbetrieb entfällt. Ein Zeitpunkt dafür steht noch nicht fest.